Sunday 31. May 2020
#136 - März 2011

 

Verfolgung von Christen erhält letztendlich die Beachtung, die es verdient

 

Nach dem EU Parlament hat nun auch der Ministerrat am 21. Februar eine Erklärung angenommen, in der ausdrücklich die Gewalt gegen Christen verurteilt wird.

 

COMECE bewertet die Schlussfolgerungen des Rates der EU über „Intoleranz, Diskriminierung und Gewalt auf Grundlage von Religion und Weltanschauung“ als einen guten Schritt in die richtige Richtung. Die Verbindung von gesundem Menschenverstand und politischem Willen hat sich durchgesetzt, um eine starke Erklärung sicherzustellen, die dringend benötigt wurde, um die weitverbreiteten Akte des Terrorismus und des Sektierertums gegen Christen weltweit zu stoppen. Im zweiten Absatz verurteilt der Rat die Gewaltakte „gegen Christen und ihre Kultstätten, muslimische Pilger und andere religiöse Gemeinschaften“. Dennoch erfordern die Sicherheit und das Überleben der christlichen Gemeinschaften – insbesondere im Mittleren Osten – konkretes Handeln.

 

Dem Ministerrat war es in seiner Sitzung am 31. Januar aufgrund interner Querelen unter den Ministern über eine ausdrückliche Bezugnahme auf die Anerkennung von Christen als Hauptziel religiöser Verfolgung in verschiedenen Ländern und Gebieten, wie dem Irak, Ägypten, Pakistan, Nigeria, Zypern, Philippinien, Iran, Indien und Vietnam, nicht gelungen, eine Schlussfolgerung zu erzielen. Dies war wunderlich, da sich die europäische Öffentlichkeit der besonderen Situation der Christen im Nahen Osten nach den jüngsten Angriffen auf Kirchen im Irak und Ägypten bereits bewusst geworden war. Darüber hinaus hatten das Europäische Parlament am 20. Januar und der Europarat am 27. Januar bereits den Weg für eine spezifische Verurteilung der Verfolgung von Christen bereitet. Beide hatten Resolutionen angenommen, die die Gewalt gegen Christen ausdrücklich missbilligten. Die neuerlichen Angriffe gegen Christen sind keine Einzelfälle. Statistiken über Religionsfreiheit der vergangenen Jahre zeigen, dass die Mehrzahl von Handlungen religiöser Gewalt gegenüber Christen begangen wurde. Die Lage ist im Nahen Osten insbesondere im Irak ernster geworden, wo die Verfolgung in den nächsten Monaten zu einem Verschwinden christlicher Gemeinschaften führen kann. Das positive Übereinkommen der EU-Minister am 21. Februar folgt dem Kopfschütteln etlicher EU-Mitgliedsstaaten und einzelner EU-Abgeordneter über das negative Ergebnis der letzten Sitzung.

 

Nun sollte der Ministerrat diese Worte in konkretes Handeln übersetzen, um zu garantieren, dass Christen und andere religiöse Minderheiten in aller Welt, die so sehr gebrauchten Grundrechte und -freiheiten – einschließlich Religionsfreiheit – genießen können, die ihnen jetzt vorenthalten werden. Das wiederholt die Besorgnis von Papst Benedikt XVI, der am 1. Januar sagte, dass die Regierungen ihre Worte bekräftigen sowie ein konkretes und konstantes Bekenntnis machen müssten, um anti-religiöser Gewalt ein Ende zu setzen.

 

Religionsfreiheit wurde also nochmals bestätigt. Allerdings bleibt zu hoffen, dass die EU ihre Schlussfolgerungen in aussagekräftiges politisches Handeln umsetzen wird, und auf diese Weise dazu beiträgt, die sektiererische Trennung, den Krieg der Kulturen und Religionen und die religiöse Säuberung auszumerzen.

 

Darüber hinaus könnte Baronin Ashton, die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, innerhalb des neuen Europäischen Auswärtigen Dienstes einen dauerhaften institutionellen Ansatz schaffen, um Religions- und Gewissensfreiheit weltweit zu schützen. In diesem Sinne haben die EU Minister in ihre Schlussfolgerungen gerade die Hohe Vertreterin dazu eingeladen „ über getroffene Maßnahmen und konkrete Vorschläge zur weiteren Stärkung der Aktion der EU in diesem Bereich zu berichten.“

 

Ein wirksames Bekenntnis zu Grundrechten, einschließlich Religionsfreiheit, ist in sich selbst der Weg zum Frieden. Sobald voll verwirklicht, wird es den Weg für friedvolle und offene Gesellschaften ebnen, in denen verschiedene Religionen im Dienste einer größeren menschlichen Freiheit zusammenarbeiten.

 

Johanna Touzel

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