Saturday 28. March 2020
#168-Februar 2014

 

Sternsinger : Einsatz für Flüchtlingskinder im EU Parlament

 

Mehr als 20 Millionen Flüchtlinge auf der Welt sind Kinder und Jugendliche. Sie stehen im Mittelpunkt der 56. Aktion Dreikönigssingen , bei der Sternsinger das Europäische Parlament und die COMECE besucht haben.


Die erste Reise führte Papst Franziskus im Juli 2013 nicht zu einflussreichen und mächtigen Staats- und Regierungschefs sondern zu den afrikanischen Flüchtlingen auf der italienischen Insel Lampedusa. Sein beeindruckendes Zeichen hat die europäische Flüchtlings- und Asylpolitik wieder in ein breites öffentliches Bewusstsein gerückt.

 

Auch die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder die Sternsingeraktion, stand zum Jahreswechsel 2013/14 in Deutschland unter dem Motto: „Segen bringen, Segen sein – für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit“. Kinder bringen als Könige gekleidet den Segen für das neue Jahr zu den Menschen in die Häuser und sammeln Gaben für Kinderhilfsprojekte weltweit.

Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ hat als Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland ergänzend und vertiefend zu den Aktionsmaterialien eine wissenschaftliche Doppelstudie initiiert, die unter dem Titel „Für unser Leben von morgen“ eine kritische Analyse von Bildungsbeschränkungen und -perspektiven minderjähriger Flüchtlinge exemplarisch in Deutschland und Malawi vornimmt.

 

Bildungsperspektiven stärken und Potenziale nutzen

Die Zusammenschau beider Studien zeigt trotz unterschiedlicher Kontexte überraschende Parallelen: Mit Blick auf die Bildungsperspektiven und -beschränkungen wird deutlich, dass Gewalterfahrungen, Diskriminierung und mangelnde Chancengleichheit die Bildungssituation minderjähriger Flüchtlinge prägen. Der Sprache kommt in der konkreten Nutzung von Bildungsangeboten eine Schlüsselrolle zu. Sie entscheidet darüber ob der Zugang zu höherer oder auch nur angemessener Grundbildung erschwert oder gar unmöglich ist.

Deutlich wird in beiden Studien außerdem die verengte Wahrnehmung der Flüchtlinge allein von ihrer Bedürfnis- und Problemlage her. Dabei ist die Fähigkeit zu überleben, eine wichtige Ressource für ihre Lebensgestaltung unter widrigen Bedingungen. Diese Einengung der Wahrnehmung auf Bedürfnisse und Probleme gilt es zu durchbrechen, indem versteckte kulturelle Verbindlichkeiten und vermeintliche Selbstverständlichkeiten hinterfragt werden und die Potenziale und Ressourcen der minderjährigen Flüchtlinge in den Blick genommen werden. Eine weitere Parallele besteht in der notwendigen Weitung der Perspektive auf die Familie bzw. das nähere Umfeld der Flüchtlinge. Nur so kann die Stärkung minderjähriger Flüchtlinge gelingen.

 

Das Engagement des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ für minderjährige Flüchtlinge ist Ausdruck seines anwaltschaftlichen Einsatzes für eine Menschen- und Kinderrechte basierte Politik in weltweiter Verantwortung auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene.

 

Sternsingerdelegationen im Europäischen Parlament und in der COMECE

Dieser anwaltschaftliche Ansatz ist auch eingeflossen in die Empfänge der Sternsinger bei der COMECE und beim Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, am 7. Januar 2014 in Brüssel.

 

Vier Sternsingergruppen aus Deutschland, Österreich, Italien und Ungarn haben dort die Segenszeichen C+M+B „Christus mansionem benedicat, Christus segne dieses Haus“ angeschrieben und von ihrem Engagement für benachteiligte Kinder weltweit erzählt. Sie baten Präsident Martin Schulz darum, dass die Europäische Union dem Thema der Armut in Entwicklungsländern einen höheren Stellenwert einräumt und forderten, das Schicksal der Flüchtlinge und vor allem der Flüchtlingskinder besonders in den Blick zu nehmen: „In der Sternsinger-Vorbereitung haben wir gelernt, dass mehr als 20 Millionen Flüchtlinge auf der Welt Kinder und Jugendliche sind. Sie haben Schreckliches erlebt und sind auf der Suche nach Sicherheit. Wir wünschen uns, dass sich auch das Europaparlament weiterhin für Flüchtlinge einsetzt“, trug die 17-jährige Maike aus Würselen stellvertretend für die deutschen Sternsinger vor. „Euer Appell verhallt in diesem Haus nicht ungehört. Im Gegenteil, das Europaparlament ist die Institution in Europa, die sich am meisten für Flüchtlinge einsetzt“, betonte Präsident Schulz im Anschluss.

 

So haben die Sternsinger in Brüssel in Wort und Tat dafür Zeugnis abgelegt, was Papst Franziskus den Flüchtlingen auf Lampedusa versprochen hat: „Die Kirche ist euch nahe in eurer Suche nach einem würdevollen Leben für euch und eure Familien.“

 

Markus Offner

Grundsatzreferent, Kindermissionswerk „Die Sternsinger“

 

 

 

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