Saturday 28. March 2020
#170-April 2014

 

In memoriam Gábor Tegyey SJ

 

Der frühere Leiter des damaligen OCIPE – Office catholique d’information et d’initiatives pour l’Europe – verstarb im Alter von 83 Jahren.


Mit Bedauern überbringen wir die Nachricht vom Tod Pater Tegyeys SJ. Nachdem Gábor Tegyey am Freitag, dem 21. Februar, in seinem Haus gestürzt war, erlitt er einen Schlaganfall und verstarb zwei Tage später plötzlich und unerwartet in einem Ludwigshafener Krankenhaus.

 

Gábor Tegyey wurde am 22. Dezember 1930 in Budapest geboren und trat am 14. August 1949 in den Jesuitenorden ein. Nach Abschluss seines Philosophiestudiums  in Budapest war er eine Zeit lang am jesuitischen Ausbildungszentrum in Wien tätig. Von 1958 bis 1962 studierte er Theologie in Frankfurt am Main und Lyon und wurde am 31. Juli 1961 in München zum Priester geweiht. Ab 1958 war er als Seelsorger in der Deutschen Provinz der Jesuiten tätig.

 

Er absolvierte ein postgraduales Studium der Politikwissenschaft an der Universität Heidelberg und arbeitete als Referent an der katholischen Akademie in Mannheim und Ludwigshafen.

 

Von 1977 bis 1997 gehörte er dem damaligen Europäischen Büro der Jesuiten OCIPE (Office catholique d’information et d’initiatives pour l’Europe) an, das er ab Mitte der 1980er-Jahre leitete. (Im Jahr 2012 wurde das OCIPE in Brüssel umstrukturiert und in JESC, Jesuit European Social Centre, umbenannt.) Als Korrespondent für die KNA (Katholische Nachrichten-Agentur) hatte Tegyey Zugang zu den Presseräumen der EU, was ihm einen tiefen Einblick in die Entwicklung Europas gewährte. Mit seiner gründlichen Beobachtung der Ereignisse der für die Gestaltung Europas so entscheidenden 1980er-Jahre inspirierte er seine Kollegen, ganz besonders in seiner Funktion als Herausgeber der Zeitschrift Projekt Europa (Objectif Europe/European Vision), die er bis 1997 innehatte.

 

Nachdem Pater Tegyey Brüssel verlassen hatte, wirkte er als Krankenhausseelsorger im rheinischen Kurort Bad Dürkheim, wo er bis zuletzt ein bescheidenes Leben in einer kleinen Wohnung führte und Mitglied der Jesuiten-Kommunität in Ludwigshafen war.

 

Zwei Aspekte seines langen kirchlichen Dienstes beim OCIPE verdienen besondere Erwähnung.

 

Im Jahr 1980 wurde das Sekretariat der COMECE (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft) in Brüssel eröffnet. Bis dahin war für die Bischöfe Europas das OCIPE die Hauptinformationsquelle über die EU. Diese Rolle ging dann selbstverständlich auf die COMECE über. Gábor Tegyey und seinen Kollegen gelang es, dem OCIPE eine neue, weniger formale Funktion zu geben und gleichzeitig eine enge Beziehung zur COMECE zu entwickeln, die bis heute Bestand hat.

 

Darüber hinaus wurden 1991 unter Tegyeys Leitung Büros des OCIPE in seinem Heimatland Ungarn sowie in Warschau eröffnet, so dass das Europäische Büro der Jesuiten nun in beiden „Lungenflügeln Europas“ vertreten ist.

 

Wir gedenken des Verstorbenen im Gebet und erinnern uns dankbar an sein unermüdliches und bemerkenswertes Engagement für das OCIPE und die Kirche. Pater Gábor Tegyey hat ganz wesentlich zu einem fundierten Verständnis der politischen Landschaft Europas beigetragen.

 

Er möge ruhen in Frieden.

 

Frank Turner SJ

JESC

 

Originalfassung des Artikels: Englisch

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